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Kapitel 1 – Dezember 2007

Dezember 2007

Hier beginnt mein Buch. Im ersten Kapitel erkläre ich Lunas Zustand. Was sie im bisher noch normalen Alltag erfährt und wie sie damit umgeht. Schon in diesem Kapitel hat Luna einen Flashback:

„Luna sieht die Matratze auf dem Boden, die ihr Bruder und sie vom Bett genommen haben. Sie sieht sich nackt darauf liegen. Es ist ein Kriminalspiel, das sie spielen wollen! Sie weiß, dass sie gut spielen kann. Sich in andere hineinversetzen. Jetzt muss sie gerade nicht viel tun, denn sie spielt eine Leiche. Eine nackte Leiche. Sie darf sich nicht bewegen, muss alles mit sich geschehen lassen, denn sie ist ja tot! Die Hände […] erkunden ihren Körper an Stellen, die sie selber noch nicht kennt. Nicht kennen möchte. Sie kann nicht unterscheiden, ob es sich gut oder bedrückend anfühlt. Beide Gefühle wechseln sich ständig ab. Sie hat nur eine Idee davon, wie falsch es ist, was sie hier geschehen lässt. Die Hände erforschen ihre Arme, ihre Beine, ihre Brüste und ihre Genitalien. Was geschieht mit ihr? Sie weiß, dass es in dem Film, den sie neulich zusammen gesehen haben, nicht so war. Und sie weiß auch, dass der tote Körper dort sicherlich nicht diese zwiespältigen Gefühle hatte!
Sie denkt sich weit weg. Sucht ihre unsichtbaren Freunde, findet sie und gesellt sich zu ihnen. Jetzt! Jetzt muss sie wieder spielen, ein kurzes Intermezzo: Sie ist der Assistent des Kommissars. Aber es währt nicht lange. Und schon ist sie wieder eine Leiche. Eine nackte Leiche. Sie wird hochgehoben, hinweg getragen und verscharrt.“

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