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Mein Buch: Einführung

Leseprobe aus dem Kapitel „Der Versuch einer Einführung“

                                                                                                                                                        „Es ist ein grauer, verregneter Nachmittag. Kalt und ungemütlich.

Luna startet ihren PC. Das dauert eine längere Zeit, während dieser sie sich einen dreifachen Cognac eingießt und in einem Zug herunter kippt. Mit den Fingern trommelt sie ungeduldig auf den Schreibtisch. Sie fühlt eine extreme Unruhe in sich, ein Unwohlsein, das sie so nicht kennt.[…]

                                                                                                                                                        […] Luna schreibt:

Ich habe ihn verachtet. In den Tiefen meiner Seele. Er passte nicht im Entferntesten zu den ethischen Maximen meines Empfindens. Ich habe es genossen, missbraucht zu werden, habe das Dunkle, die Zweifel, das Schlechte genossen. Habe es genossen schlecht zu sein, wenn ich ihn im Schlechten unterstützt habe. Habe die Brutalität, das Falsche, die Gewalt genossen. Habe sie gebraucht. Er war Aidan, er kam aus Irland.

Daraus habe ich Empfindungen gezogen, Inspiration, SEIN!

Weißt Du jetzt, warum ich Schuldgefühle habe? Ich bin nicht besser als er. Habe alles missachtet, was ich mir selber aufgezwungen habe, was ich immer für richtig und wertvoll hielt. Ich habe MICH SELBER verraten.

Weißt Du jetzt, warum ich schuldig bin? Weißt Du es JETZT?“ […]

                                                                                                                                                       „Die Erniedrigungen waren für mich eine Entschuldigung mir selbst gegenüber. Dafür, dass ich machtlos war, hilflos, ohnmächtig. Sie waren ein Grund, bei mir selber damit hausieren zu gehen, mir selber Mitleid zu schenken, wenn es sonst niemand tat, da ja auch niemand davon wusste. Es war die Angst, nicht mehr geliebt zu werden, wenn ich nicht mehr erniedrigt würde. So wie es heute die Angst vor einem gesunden Leben ist, die mich denken lässt, ich würde dann nicht mehr geliebt, nicht mehr akzeptiert. Ich kann nicht beschreiben, was das Gefühl, erniedrigt zu werden, mit einem macht, und es dann trotzdem anzunehmen, weil man glaubt, es muss so sein. Weil man glaubt, es ist gerecht und richtig so. Und weil man glaubt, es geht eben nicht anders…“ […]

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