Vor 28 Jahren – Anfang Mai 1987

Auszug aus Kapitel 14 „Episoden für den Therapeuten“:

[…] Sie (Luna) parkt direkt vor dem Haus und klingelt. Sie hört schon auf der Straße die Musik. Nichts, was sie kennt. Ihr wird aufgedrückt und sie geht zwei Etagen nach oben. Aidan empfängt sie, eine Schar Typen ist um ihn herum. Sie wird begrüßt, ins Wohnzimmer geleitet und es gibt einen steifen Drink. Sie weiß nicht, was darin ist, aber er wirkt. Nach einer geraumen Weile, während der sie immer lethargischer wird, zieht Aidan sie vom Sofa hoch, sagt: „Komm, ich will dir was zeigen!“ und führt sie in einen Nebenraum. Es ist nicht besonders sauber dort, aber Luna ist in Erwartung einer Überraschung. Inzwischen sieht Luna manchmal doppelt, ist sehr träge und bemerkt um sich herum kaum noch etwas. Drei Typen kommen herein, scherzen mit Aidan, klopfen ihm auf die Schulter. Luna sitzt auf der Bettkante. Einer der Typen kommt auf sie zu, fummelt an seiner Hose herum. Luna beginnt zu ahnen, was auf sie zukommt. Sie wird vor Entsetzen völlig starr und kann sich nicht rühren. Der Typ zieht ihr Hose und Slip herunter und spreizt mit Gewalt ihre Beine. Er wirft sich auf sie, drängt in sie hinein! Luna schreit: „Nein, lass mich in Ruhe! Nein!“ Aber das, von dem sie dachte, es sei ein Schrei war nur ein heiseres Flüstern; seltsam anstrengend… Sie wehrt sich mit Händen und Füssen, bis Aidan sie an ihren Haaren nach hinten reißt und ihre Oberarme mit seinen Knien auf dem Bett festnagelt. Der Typ dringt mit Gewalt in sie ein, es schmerzt, es tut höllisch weh, Luna schreit immer noch, aber die Musik ist so laut, dass sie es dann irgendwann aufgibt. Denn niemand kann sie hören. […] Er lässt von ihr ab, zieht seine Hose hoch und sagt, zum nächsten gewandt: „Jetzt bist du dran!“ Luna denkt, sie müsse vor Ekel und Scham kotzen, als sich schon der nächste sich auf sie legt… […]

[…] …schon steht der Dritte da. Doch der hat Skrupel. Luna kann es sehen. Er will nicht, kann es nicht. Wird verlacht von seinen Freunden. Da sagt Aidan zu ihm: „Ich zeige dir, wie man es ihr macht!“ Und er dreht Luna auf den Bauch und nimmt sie […]. Luna stöhnt vor Schmerzen, aber sie wagt nicht zu schreien, wagt es nicht, um sich zu schlagen, lässt ihn gewähren, denn er ist doch ihr Freund, oder? Luna meint sich zu erinnern, dass die anderen ihn anfeuern. Zu ihm stehen. Ihr nicht helfen. Auf einmal ist alles vorbei. „Hast du das Geld?“ fragt er sie zornig. Und Luna gibt ihm die fünfzig Mark, die sie ihrem Vater aus der Brieftasche gestohlen hat. „Dann können wir gehen,“ sagt Aidan. Aber erst gehen sie ins Wohnzimmer. Einer der Typen streut eine Linie Pulver auf den Tisch, nimmt den Fünfzig-Mark-Schein, rollt ihn zu einer Röhre und schnupft einmal hin und her. Dann gibt er das Röhrchen an Luna weiter, nickt ihr aufmunternd zu und Luna macht es ihm nach. Nach rechts, mit dem anderen Nasenloch nach links. Innerhalb einer Minute denkt Luna, ihr Kopf würde bersten, ihre Nase ist auf das dreifache angewachsen und alles ist ihr scheißegal. Es ist Zeit, mit Aidan nach Hause zu gehen. Er scheint zufrieden, legt den Arm um sie und sie verlassen die Wohnung, steigen in ihren Wagen und fahren zu ihm nach Hause. Luna ist voller Schmerzen, Scham und der Gewissheit, dass sie das niemandem erzählen kann, jedoch hilft die geschnupfte Droge, das gerade Erlebte mehr wie in einem Traum wahrzunehmen. […]

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