Schlagwort-Archiv: Alkohol

August 2008

Nach Abbruch der schrägen Therapie gab ich mir selbst erst einmal Zeit, um über all das nachzudenken. Ich habe ein gutes Gedächtnis und außerdem schreibe ich Tagebuch seit ich sieben Jahre alt bin. Also… da muss doch irgendwo zu finden sein, womit ich mich hier abplage… inzwischen habe ich schon verstanden, dass es in meinem Leben irgendetwas geben muss, das mich, aufgrund des Todes meiner Mutter, in dieser immer enger werdende seelische Zwickmühle drängt. Seit einiger Zeit trank ich Alkohol. Nicht in Maßen, sondern exzessiv. Es begann mit ein paar Cognac auf der Trauerfeier. Die brauchte ich, um all das durch zu stehen. Im August 2008 war mein Alkoholkonsum angewachsen auf ungefähr zwei Flaschen Brandy und unzählige Biere in der Woche. Ich entschloss mich für einen etwas ungewöhnlichen Weg: Ich ging zur Diakonie. Dort gibt es Gruppen für Alkoholkranke und auch regelmäßige Gespräche mit einem Therapeuten. In meinem Fall war es eine Therapeutin. Natürlich traute ich ihr erstmal nicht über den Weg, denn sie war eine Frau! Aber hier ging es ausschließlich um meinen Alkoholkonsum, also war es ok. Es dauerte noch etwas, bis ich erfuhr, warum ich meine wahren Gefühle nur männlichen Therapeuten offenbaren konnte… schon in dieser Zeit baute sich zwischen mir und meiner Suchttherapeutin ein auf Vertrauen basierendes Verhältnis auf. Ich besuchte diese Gruppe bis Oktober 2008. Habe ich dann mein Trinkverhalten verändert? Nein… ich soff genauso wie vorher…

Ostern 2008 lernte ich dann jemanden kennen. Über ein Hilfeforum im Netz. Giorgio. Schon mit den ersten paar Zeilen im Forum hat er mich fasziniert. Hier war also der Beginn. Der Beginn einer Liebe, einer Leidenschaft. Der Beginn einer absoluten Seelenverwandschaft. Der Beginn einer Reise, von der ich damals nicht wusste, wie verdammt schmerzhaft sie sein würde…

Mein Buch: Zum Verständnis

Leseprobe aus dem Kapitel „Zum Verständnis“

„Was in aller Welt hat mich dazu getrieben, mich mit meiner Vergangenheit zu beschäftigen? Welche guten – oder bösen – Geister haben dieses Chaos in mir angerichtet, das mich Bilder, Szenen und Gedanken sehen und fühlen lässt? […]

[…] Es war der Anfang einer für mich ziellosen und für Giorgio mit Kampf belasteten Reise durch meine Anfänge, meine Vergangenheit bis hin zu dem, was ich momentan bin. Was noch lange nicht mein Ziel bedeutet. Dieses Buch beinhaltet die noch nicht abgeschlossene Dokumentation meines Weges, der gepflastert ist mit vielen Hindernissen, die viele von Euch auch kennen: Die Depression, die posttraumatische Belastungsstörung, die Borderline-Persönlichkeit, die Selbstverletzung, die dissoziative Störung; den daraus resultierenden Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch. Die Achterbahn, die die Hass-Liebe, die das Nicht-Nehmen und Nicht-geben-Können hervorruft. Das Gefühl, man muss anderen Menschen wehtun, obgleich man keinen Gewinn daraus zieht. Das Gefühl, man entfremdet sich seiner Familie, man lässt Gefühle erkalten, man meint, man fühlt sich nur noch in sich selber wohl. Und man weiß, dass es eine Irreführung ist. Die Ohnmacht, Machtlosigkeit, Hilflosigkeit einem selbst gegenüber, Das unbedingte Sich-Beweisen-Wollen, die Perfektion – und das Scheitern daran. Ich lebe im HIer und Jetzt, aber mehr noch im Damals, lebe tief in mir drin, lebe in anderen, fühle mit den Hilflosen, fühle mich aber selbst dabei hilflos. Und ich fühle mich immer wieder wertlos. So wertlos.“ […]

COPYRIGHT PONDERER_final-3

 

Sorella Di Luna – Das Buch

Liebe Leser, Betroffene, Blogger und Interessenten!

Mein Name ist Luna. Ich habe ein Buch geschrieben. Und ich möchte dieses Buch einmal herausbringen. Das wird noch ein bisschen dauern. Ich werde es als E-Book veröffentlichen. Und in der Zwischenzeit erzähle ich über das Buch, meinen (Leidens-) Weg und über viele andere Dinge, die für mich  – und vielleicht auch für Euch – wichtig sind.

„Mein kommendes Buch beinhaltet die noch nicht abgeschlossene Dokumentation meines Weges, der gepflastert ist mit vielen Hindernissen, die viele von Euch auch kennen, die Depression, die posttraumatische Belastungsstörung, die Borderline-Persönlichkeit, die Selbstverletzung, die dissoziative Störung, den daraus resultierenden Alkohol- Drogen- und Medikamentenmissbrauch. Die Achterbahn, die die Hass-Liebe, die das Nicht-Nehmen- und Nicht-Geben-Können hervorruft. Das Gefühl, man muss anderen Menschen wehtun, obgleich man keinen Gewinn daraus zieht. Das Gefühl man entfremdet sich seiner Familie, man lässt Gefühle erkalten, meint, man fühlt sich nur noch in sich selber wohl. Und man weiß trotzdem, dass es eine Irreführung ist. Die Ohnmacht, Machtlosigkeit, Hilflosigkeit einem selbst gegenüber, das unbedingte Sich-Beweisen-Wollen, die Perfektion – und das Scheitern daran. Ich lebe im Hier und Jetzt, aber mehr noch im Damals, lebe tief in mir drin, lebe in anderen, fühle mit den Hilflosen, fühle mich aber selbst dabei hilflos.
Mit diesem Buch möchte ich einen Weg aufzeigen, eine Richtung vorgeben, eine Idee weitergeben und eine – noch nicht abgeschlossene – Geschichte erzählen, wie es aussehen könnte!
Wie ein Leben aufrecht erhalten werden kann. Wie man in den ganz kleinen Dingen Mut finden kann, wie schön es sein kann Dankbarkeit zu empfinden. Genauso findet ihr hier auch die größten Abgründe, die Todesgedanken, das Aufgeben.“

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Ich würde mich sehr freuen, wenn einige von Euch hier mitlesen würden. Besonders natürlich diejenigen, die bisher vielleicht noch keinen Mut hatten, über sich zu sprechen oder über die Dinge, die Ihr fühlt. Ihr seid nicht allein!

In diesem Blog werdet Ihr nicht nur meine authentischen und ehrlichen Erzählungen finden, sondern auch Links, die ich für seriös erachte. Mehr oder minder regelmäßig werde ich über die einzelnen Kapitel meines Buches schreiben. Manchmal schreibe ich vielleicht auch nur das, was ich gerade empfinde…