Schlagwort-Archiv: Bruder

Mein Buch: Prolog

Leseprobe aus dem Kapitel „Prolog“

                                                                                                                                                  Herbst 1979

                                                                                                                                                        […]

Weißt Du, was Du mir angetan hast? Weißt Du, dass meine Augen seitdem nervös zucken, dass ich dauernd Magenschmerzen habe?

Weißt Du warum ich mir meine schönen langen Haare abschneiden ließ?

Nein, Du weißt es nicht!

Denn ich kann es in Deinen Augen nicht sehen. Kann es nicht fühlen in Dir. Ich habe Dir völlig vertraut, habe Dich geschützt, habe immer wieder Dinge für Dich hingenommen. Ich habe Dich behütet, nicht Du mich, wie es sich für einen älteren Bruder gehört. Was machst Du mit mir? Ich kenne das nicht, es verunsichert mich, aber ich lasse es zu, weil ich Dir doch vertraue! Du wirst mir niemals etwas Böses antun wollen, das ist mein fester Glaube. Du bist mir so nah, doch jetzt gerade viel zu nah. Ich schließe am besten meine Augen, damit ich Dir nicht ins Gesicht sehen muss. Es wird alles so richtig sein, denn ich vertraue Dir!

Ich bin jetzt zwar schon in der dritten Klasse, aber ich kenne das nicht, was Du mit mir machst. Auch Du bist doch für mich auch noch wie ein Kind, obwohl Du schon in der siebten Klasse bist! Und ich glaube, ich soll, nein, ich darf es niemandem erzählen, denn es fühlt sich falsch an. […]

                                                                                                                                                        […] Ich kann Dir doch vertrauen?

Ja, ich kann Dir vertrauen. Trotzdem wäre ich viel lieber ein Junge…

Warum sind Mama und Papa nie da, nie in der Nähe, wenn es geschieht? Niemand ist in der Nähe, der mir helfen könnte. Aber ich lasse es zu, denn ich vertraue Dir so sehr…über vier lange Jahre…“[…]

COPYRIGHT PONDERER_final-3