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Filderstadt Reloaded – April 2009

Am 21. April 2009 ging ich wieder einmal in die antroposohpische Klinik. Meine Diagnosen wurden dezimiert auf:

Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) – F43.1 und Rezidivierende depressive Störung – F33.2 (lt. ICD-10)

Dort verbrachte ich also wieder fünf Wochen. Inzwischen war der Oberarzt der psychosomatischen Abteilung mein Therapeut. Er sah durch mich hindurch! Ich fühlte, wie er Dinge in meinem Inneren erfasste, die noch kein Arzt vorher auch nur annähernd gesehen hat. Wir beschäftigten uns intensiver mit meiner Kindheit, mit dem Alter von 9 bis 13 jahren. Und so formte sich langsam, aber sicher ein Gebilde… Ein Konglomerat von Episoden, Geschehnissen und Begebenheiten, ein Wust von unterdrückten Emotionen und seelischen Belastungen. Dieser Arzt war etwas besonderes. Er war der erste, dem ich mich – größtenteils unbeschränkt – öffnen konnte. Ich fühlte mich wohl dort in der Filderklinik. Ich fühlte mich zum ersten Mal wirklich ernst genommen und merkte, dass in mir etwas bewirkt werden kann. Ich war ihm so dankbar. Und nach den fünf Wochen hatte ich wieder insoweit Kraft getankt, dass ich bis zum nächsten Aufenthalt, ein halbes Jahr später, meine Arbeit halbwegs bewältigen konnte.

Vom 11. November 2009 bis zum 21. Januar 2010 hatte ich meine nächste stationäre Intervalltherapie in der Filderklinik. Ich konnte mit meinem Therapeuten weiter arbeiten. Ich konnte mit ihm das erste Mal die EMDR-Therapie probieren.

„EMDR (Eye Movement Desentizisation and Reprocessing) ist eine von Dr. Francine Shapiro entwickelte traumabearbeitende Psychotherapiemethode. […] Die EMDR-Methode folgt einem standardisierten Ablauf, der in der Regel acht Behandlungsphasen umfasst. Es beginnt mit dem Erfassen der kompletten Vorgeschichte und Aufklärung des Klieneten, dem Stellen einer Diagnose, und dem Herausarbeiten der belastenden Erinnerungen, die verarbeitet werden sollen mit ihren affektiven, kognitiven und sensorischen Komponenten. Zur Bearbeitung der Erinnerung wird die/der KlientIn wiederholt angeleitet, kurzzeitig mit der belastenden Erinnerung in Kontakt zu gehen, während gleichzeitig eine bilaterale Stimulation (Augenbewegungen -> Eye Movement, Töne oder kurze Berührungen z. B. des Handrückens -> s.g. „Taps“) durchgeführt wird. Dies scheint nach allen derzeit vorliegenden wissenschaftlichen Untersuchungen die blockierte Verarbeitung der belastenden Erinnerungen zu aktivieren und ihre zügige Verarbeitung zu ermöglichen.“

Quelle: EMDR Institut