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Spätsommer 2008

Ich hatte nur Kopfschmerzen

Da gab es diesen Abend, im Spätsommer 2008. Ich hatte einen mega frustrierenden Tag in der Firma hinter mir. Ich war gestresst, völlig genervt und mental hinreichend überfordert. Wie gerne wäre ich jetzt in der Klinik. Dort könnte ich all die nagende Verantwortung abgeben. Ich müsste dort einfach nur… naja…. nichts machen. Nur das Nötigste. Mein Schädel brummte und mein Nacken schmerzte. In meiner Nachttischschublade kramte ich nach Paracetamol. Ich fand eine 20er Packung und schluckte direkt fünf davon. Nach einer halben Stunde ging es ein bisschen besser, aber ich fand, dieses Ich-geh-auf-Wolken-Gefühl könnte ruhig etwas stärker sein… Also nahm ich ein eine Flasche Wasser und schluckte nach und nach noch einmal zehn Stück… Irgendwie ging es so weiter… zum Glück hatte ich nur diese eine Packung… Gegen neun ging ich in meine Zimmer, um Giorgio anzurufen. Ich unterhielt mich eine Weile mit ihm… bis ich dann einschlief… mit dem Hörer in der Hand. Während ich schlief, rief Giorgio voller Sorge bei uns zu Hause auf der anderen Leitung an und sprach mit meinem Lebensgefährten. Der sagte ihm jedoch nur, dass ich wohl eingeschlafen sei, und dass das öfter passieren würde (womit er nicht so Unrecht hatte)… Ich konnte nur in ganz geringem Ausmaß erahnen, was mein unbedachtes Tun in Giorgio entfacht hatte…

Ich wachte am nächsten Morgen völlig gerädert auf, als mein Lebensgefährte mit dem Telefon ins Schlafzimmer kam. Giorgio war dran. Er musste sich versichern, ob ich noch lebte… Er hatte in der Nacht kein Auge zugetan. Natürlich haben mich die Schmerztabletten nicht umgebracht. Aber meine Leber- und Nierenwerte mussten in den nächsten Monaten wieder zum Guten korrigiert werden. Ich habe nie geahnt, wieviel Schaden solche Tabletten in mir anrichten können, ohne dass es wehtut und ohne, dass ich es merke…

Dabei hatte ich doch nur Kopfschmerzen…