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Giorgio – Kommentator und Begleiter

Giorgio schreibt mir:

„Diese Worte stammen von Bertolt Brecht und sie bringen mich immer wieder ins Grübeln …“ “Menschenkenntnis ist nur nötig, wo Ausbeutung im Spiel ist. Denken heißt verändern. Wenn ich an einen Menschen denke, dann verändere ich ihn, beinahe kommt es mir vor, er sei gar nicht so, wie er ist, sondern er sei nur so gewesen, als ich über ihn zu denken anfing.”

Giorgio

Wogende Zuversicht. Ein Freund, ein Vertrauter, ein Gefährte.
Warm, liebevoll, fürsorglich.
Er spricht mit uns allen! Er kennt uns am besten. Warum?
Er ist nicht nur mein sondern unser aller Seelenverwandter.
Ein Anker, ein Fundament, eine tragende Welle.

Mein treuer, intensiver und manchmal auch anstrengender Begleiter beim Schreiben meines Buches „Sorella Di Luna – Teil meines Lebens“.

Mit Gorgio verbindet mich eine jahrelange, besondere Freundschaft. Nicht nur als Kommentator sondern auch als Berater, Lektor und Kritiker bemühte er sich intensiv, mein Buch mit mir zusammen fertig zu stellen. Ihm gilt mein tief empfundener Dank.

Jetzt soll er jedoch selbst zu Wort kommen:

„Ein Buch will seine Zeit.
Alle schnell in wenigen Wochen geschriebenen Bücher erregen bei mir ein gewisses Vorurteil gegen den Verfasser.“
Heinrich Heine (1797 – 1856), deutscher Schriftsteller und Journalist

Making of “Sorella di Luna” – das Buch.
Ab Anfang des Jahres 2008 gab es den Austausch von e-mails zwischen Luna und mir. Diese mails waren damals von ihrer Seite aus meistens nur auf ihr aktuelles “Tagesempfinden” beschränkt, aber immer wieder erzählte sie mir dann auch von Ereignissen, die weit zurücklagen – Ereignisse aus ihrer Kindheit und Jugend. Da dieser Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit immer sehr sprunghaft geschah, machte ich Luna den Vorschlag mit mir zusammen das Projekt “Lifeline” durchzuführen.
Ich würde ihr in diesem Projekt strukturierte Fragen zu verschiedenen Lebensabschnitten stellen, sie könnte dann auf diese antworten und ich würde ihre Antworten kommentieren. Sie war damit einverstanden und das Projekt begann.
Meine Fragen bezogen sich auf Bindungen, Erziehung, geistige und soziale Entwicklung, allgemeine Verhaltensmuster und die psychische Geschlechtsindentität.
Chronologisch wurde “Lifeline” von mir in drei Lebensabschnitte aufgeteilt – in Kindheit, Jugend und Adoleszenz – die wir dann im schriftlichen Austausch der Reihe nach bearbeiteten.
Am Anfang kamen von Luna nur direkte Antworten zu den von mir gestellten Fragen, doch nach kurzer Zeit wurden diese Antworten auch mit Episoden aus ihrem damaligen täglichen Erleben (vermischt mit Tagebucheinträgen von damals – Luna führt, seit sie schreiben kann, ein Tagebuch) von ihr für mich “erklärt” – ein Teil dieser (meist negativen) Erlebnisse findet sich jetzt im Buch wieder – Luna wollte es so.
Der Inhalt und die sprachliche Qualität dieser mir damals mitgeteilten Episoden bzw. Tagebucheinträge brachten mich dazu Luna den Vorschlag zu machen nach Durchführung des “Lifeline-Projektes” daraus ein Buch entstehen zu lassen – in Form eines biographischen “Tagebuchromans”.
Luna war sofort mit dabei, von ihr kam dann noch die zusätzliche Idee auch Teile unserer e-mail-Korrespondenz in die einzelnen Kapitel einzubauen.
So kamen die vielen Kapitel nach und nach zustande, Luna schrieb sie erst an mich, ich hinterfragte Textstellen, wenn ich diese als “reiner Leser” nicht verstanden hatte, und ich kommentierte sie dann danach auch teilweise. Die einzelnen Kapitel entstanden so über die Jahre hinweg in gegenseitiger Zusammenarbeit (einige Kapitel wurden auch verworfen und tauchen im Buch nicht mehr auf),.
Diese Arbeit entwickelte aber auch leider einen ungewollten negativen Nebeneffekt, denn die intensive Beschäftigung mit ihrer Vergangenheit brachte bei Luna eben diese Vergangenheit immer mehr bewusst – und leider auch für sie im Erleben sehr bildhaft – zu Tage.

Was steht nun über Luna im Buch und was gibt sie mit dem Buch an die Leser weiter?       

Eine Biographie kann nie einen Menschen in seiner Gesamtheit beschreiben, ihn für andere vollkommen begreiflich, ja gar wirklich greifbar machen.
Sie wird immer subjektiv gefärbt sein, der objektive Wahrheitsgehalt hängt immer davon ab, was der Autor von sich preisgeben will.
Luna erzählt im Buch von sich und von anderen. Wenn sie dort von ihrer Vergangenheit erzählt, dann erzählt sie eigentlich fast immer nur, was andere mit ihr, an ihr gemacht haben, wie sie von ihnen benutzt wurde.
Wenn sie von der Gegenwart erzählt, dann erzählt sie, was sie deshalb heute empfindet.
Ich weiß, dass diese, von ihr so oft intensiv nacherlebten Erinnerungen, ihr viele Schmerzen bereitet haben. Diese Arbeit unter Schmerzen soll aber nicht vergebens bleiben, sie soll zeigen, dass es möglich ist Schmerzen aufzuarbeiten und dann auch mit an einer Lösung zu arbeiten.
Das Buch erzählt von einer multiplen Persönlichkeitsstörung und auch davon, wie sie in der Kindheit zustande kam.
Es geht darin um die damit zunächst verbundene Erinnerungslosigkeit und dem später einsetzenden schmerzhaften Wiedererinnern.
Es erklärt die Aufspaltung der Persönlichkeit nach sexuellem Missbrauch und / oder emotionaler Vernachlässigung in der frühen Kindheit.
Dieses Buch soll deshalb eben auch Betroffene ansprechen, es soll sie dazu motivieren sich Hilfe zu suchen.

Diese Hilfe beginnt für den Helfenden mit den Elementen: Nachfragen, Verhandeln und Zuhören.

Denn genau auf diesem Wege ist dieses Buch entstanden …
Ich wünsche der Autorin alles erdenklich Gute auf ihrem weiteren Weg!

Giorgio
(… und das wünscht auch Gitty für sie)